Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Wissenswertes über die Themen Trauma, die psychische Belastungsreaktion, die Entstehung einer Posttraumatischen Belastungsstörung sowie die psychotherapeutische Behandlung von Traumafolgestörungen.

 

Was ist ein Trauma?

Im Laufe unseres Lebens erleben wir eine Vielzahl von positiven und negativen Ereignissen. Jedoch belasten uns einige Ereignisse psychisch stärker als andere und einige Ereignisse können auch Jahre nach dem Ereignis noch schwerwiegende psychische Belastung auslösen. Damit ein Ereignis als Trauma einordnet wird, muss es sich laut aktuellen psychiatrischen diagnostischen Klassifikationssystemen um ein sehr bedrohliches oder schreckliches Ereignis handeln. Gemeint sind Ereignisse, die bei fast allen betroffenen Personen tiefe Verzweiflung auslösen würden. Mögliche traumarelevante Ereignisse sind z. B. das Erleben oder Miterleben von körperlicher oder sexueller Gewalt, schweren Unfällen oder Naturkatastrophen. Traumata können auch entstehen, wenn das Ereignis nicht selbst, sondern als Zeuge miterlebt wurde.

Welche Arten einer psychischen Belastungsreaktion gibt es?

Es werden unterschiedliche Arten von psychischen Störungen die sich als Folge eines belastenden Lebensereignisses oder eines Traumas entwickeln können unterschieden.

Akute Belastungsreaktion

Eine akute Belastungsreaktion ist eine unmittelbare starke psychische Reaktion, die auf ein außergewöhnlich belastendes Ereignis im Sinne eines „Schocks“ oder einer „Krise“ folgt. Die akute Belastungsreaktion klingt allgemein innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen ab und es entsteht keine langfristig anhaltende Störung. Typisch für eine akute Belastungsreaktion sind u. a. das Wiedererleben der Situation, eine allgemeine Übererregung, sowie Angst oder eine Gefühlstaubheit.

Anpassungsstörung

Eine Anpassungsstörung ist eine psychische Erkrankung die sich als Folge einer einschneidenden Lebensveränderung, wie z. B. einer Trennung, einer schweren Krankheit oder eines Todesfalls, entwickelt. Die Symptome der Anpassungsstörung entstehen meist in den Monaten nach dem Ereignis und können sehr vielfältig sein. Betroffene berichten unter anderem von depressiven Symptomen, Angst, Besorgnis und innerer Unruhe als Reaktion auf das belastende Ereignis.

Posttraumatische Belastungsstörung

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Störung, die sich in Folge eines besonders belastenden Lebensereignisses, eines sogenannten Traumas, entwickeln kann. Die Posttraumatische Belastungsstörung geht immer mit schwerwiegenden psychischen wie körperlichen Symptomen einher und wird von betroffenen Personen als sehr belastend erlebt.


Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung?

Eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt sich als Reaktion auf ein Trauma oder mehrere Traumata, die von einer Person selbst erlebt oder miterlebt wurden.

Die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung beinhalten u. a.

  • Das wiederholte Wiedererleben der traumatischen Erinnerungen durch innere Bilder in Form von sogenannten Flashbacks, häufig begleitet von starken körperlichen Empfindungen wie Herzrasen oder Schwitzen.
  • Die Vermeidung von bestimmten Orten, Situationen, Gedanken, Personen oder Aktivitäten, die an das Trauma erinnern könnten.
  • Eine generelle übermäßige Schreckhaftigkeit, das sogenannte Hyperarousal, z. B. Zusammenzucken bei unerwarteten Geräuschen.
  • Eine erhöhte Reizbarkeit, Schlafstörungen, belastende Träume, Entfremdungsgefühle und Konzentrationsstörungen.

Wie entsteht eine Posttraumatische Belastungsstörung?

Nicht jede Person, die ein Trauma erlebt hat, entwickelt in der Folge eine Posttraumatische Belastungsstörung. Ob eine Person eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt, hängt von mehreren Faktoren ab. Risikofaktoren für die Entwicklung einer PTBS sind z. B. bereits zuvor erlebte Traumata und das Vorhandensein von weiteren psychischen Erkrankungen.

Eine Posttraumatische Belastungsstörung ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung. Betroffene Personen sind durch die starken Symptome häufig stark in ihrem Alltag und ihrer Lebensführung eingeschränkt. Viele haben Schwierigkeiten ihrer Arbeit nachzugehen und können alltägliche Verpflichtungen und Freizeitaktivitäten nur eingeschränkt ausüben. Posttraumatische Belastungsstörungen können grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten, tendenziell scheinen Frauen häufiger betroffen zu sein als Männer.

Wie können Angehörige Betroffenen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung helfen?

Viele Betroffene reagieren auf das erlebte Trauma mit sozialem Rückzug und Vermeidung. Angehörige können dieses Verhalten als Ablehnung auffassen, wodurch weitere Konflikte entstehen können. Angehörige sollten Betroffenen mit Geduld und Wertschätzung begegnen und sie darin unterstützen, sich in therapeutische Behandlung zu begeben, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Patienten sollten sich in ihrem direkten Umfeld sicher und geschützt fühlen.

Psychotherapie der PTBS

Eine Posttraumatische Belastungsstörung kann psychotherapeutisch und, je nach Ausprägung der Störung, gegebenenfalls unterstützend medikamentös behandelt werden. Die Psychotherapie der posttraumatischen Belastungsstörung sollte immer mit Fokus auf das erlebte Trauma und mit dem Schwerpunkt auf der Verarbeitung der belastenden Erinnerungen erfolgen. Mögliche weitere Problem- und Symptombereiche sollten eruiert und in der Therapie berücksichtigt werden.

Der Ablauf einer Psychotherapie bei Posttraumatischer Belastungsstörung

Im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie einer Posttraumatischen Belastungsstörung durchlaufen Patienten unterschiedliche Behandlungsschritte, mit dem Ziel, ein besseres Verständnis für die Erkrankung entwickeln und mit kompetenter Hilfe die belastenden Symptome in den Griff zu bekommen.

Schritt 1

Zu Beginn der Therapie ist es wichtig, eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung zwischen Patienten und Therapeut aufzubauen. Es wird ein geschützter Raumes hergestellt, in dem die betroffene Person sich sicher und verstanden fühlt. Zudem soll in dieser Phase Wissen über die Symptome, die Entstehung und Aufrechterhaltung der posttraumatischen Belastungsstörung vermittelt werden.

Schritt 2

Im nächsten Schritt stehen die belastenden Erinnerungen an das traumatische Ereignis im Fokus. Es soll eine neue Verarbeitung durch eine therapeutisch vorbereitete und begleitete Konfrontation mit den Geschehnissen erfolgen, so dass sich die belastenden Erinnerungen abschwächen. Weiterhin soll das traumaspezifische Vermeidungsverhalten mit therapeutischer Unterstützung abgebaut und der Umgang mit sogenannten Triggern, welche belastende Erinnerungen auslösen, erlernt werden.

Schritt 3

Zum Abschluss der Therapie sollten zukünftige Risikosituationen für ein Wiederauftreten der Symptome identifiziert werden. Hilfreiche Gedanken und Verhaltensweisen sollen abschließend wiederholt und gefestigt werden, um die betroffene Person langfristig zu stabilisieren und ein Wiederauftreten der Beschwerden zu vermeiden.


Sind Sie von einer Posttraumatischen Belastungsstörung betroffen?

Wenn Sie glauben, von einer Posttraumatischen Belastungsstörung betroffen zu sein, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.